AKTUELLE SHOW

 

 
René Stessl
alles ganz ohne

 
Eröffnung: Freitag, 5. September, 18.00 - 22.00 Uhr

Sonderöffnungszeiten:
Samstag, 6. September, 12.00 - 20.00 Uhr
Sonntag, 7. September, 12.00 - 18.00 Uhr

Ausstellung bis 3. Oktober 2014
 
alles ganz ohne

...und den Rest davon auch noch weg! Eigentlich egal, was passiert. Doch stop. Das, was passiert, ist für den Maler René Stessl irgendwie doch sehr wichtig.

Aus diesem Grund hat er sich auf eine ganz spezielle Art und Weise um seine Gemälde und Papierarbeiten gekümmert. Durch Wegnahmen, Zerstörung und Isolation der Essenz. Was dabei herausgekommen ist, zeigt der österreichische Künstler im TEAPOT. Dort präsentiert er in seiner zweiten Ausstellung „alles ganz ohne“ zwölf abstrakte Collagen.

Angelehnt an die literarischen Verfremdungsmethoden eines William S. Burroughs oder Brion Gysin, wendet René Stessl das „Cut Up“- Verfahren auf seine bisher entstandenen Arbeiten an. Indem er sie demontiert und markante Details hinaus schneidet, folgt er einem spielerischen Impuls. Es ist ein Spiel mit dem Kreislauf aus Zerstörung und Erschaffung. Ein eposhafter Gestus, den René Stessl selbst eher als Lust am Ausprobieren bezeichnet. Da steckt eben noch was drin in dem Zeug! Das schreit danach, heraus gearbeitet zu werden! Aber das für Stessl Unwichtige fällt eben weg.

So läuft René Stessls Auge analytisch- präzise über seine Arbeiten und bleibt an denjenigen Pinselstrichen hängen, die in ihrem Duktus und in ihrer Kraft hervorstechen. Nur der tragende Strich, unterstützt durch die Eigendynamik der Materialen, interessiert Stessl. Aus seinen Leinwänden und Papierarbeiten kanalisiert er diese immanente Triebkraft, fügt sie zu Collagen zusammen oder lässt die Striche als einzelnen stehen – eben alles ganz ohne - um sie anschließend auf eine monochrom grundierte MDF Platte anzubringen. Dabei sind es immer die bewusst gesetzten Pinselstriche, die nicht den Weg in die Collage finden.

Die abschließende Schicht aus Epoxidharz sichert der Arbeit den Ausbruch aus dem ewigen Zyklus von Destruktion und Kreation zu und schützt das Werk vor weiterer Veränderung. Die leichte Spiegelung der Epoxidharzfläche öffnet einen Raum hinter der Malerei, die durch den monochromen Hintergrund verstärkt wird und den Betrachter ins Bild zieht.

Der so isolierte oder collagierte Pinselstrich erscheint dabei in einem neuen Licht, ist fast schon Ikone und wird zum emblematischen Symbol der spielerischen Ungebundenheit. Ein „Ҫa m`est égal“, aber wenn, dann richtig!

René Stessl, 1974 im österreichischen Klöch geboren, studierte in Wien an der Akademie der bildenden Künste bei Prof. Erwin Bohatsch abstrakte Malerei. Er lebt und arbeitet in Köln.

Claudia Cosmo